Freitag, 28. Oktober 2016

[Rezension] Chronik der Hagzissa - Sandra Baumgärtner




Als Hanna erfährt, dass sie als Haupterbin ihrer Oma eingesetzt wurde, ahnt sie noch nichts von einem uralten Vermächtnis und der dazugehörenden Chronik. Ihre Nachforschungen führen sie zurück ins Zeitalter der Hexenverbrennungen, in dem ihre Urahnin einst einen Kampf gewonnen und teuer bezahlt hat. Während Hanna Seite um Seite der mysteriösen Chronik entschlüsselt, plant ein alter Erzfeind seinen Rachefeldzug. Für Hanna  beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.


Seit meiner Kindheit faszinieren mich Hexen und auch heute noch sind sie meine liebsten "Kreaturen". Doch nicht nur die fiktiven Hexen in phantastischen Welten haben mein Herz im Sturm erobert, nein, schon immer hatte ich auch großes Interesse an den Hintergründen der Hexenjagden im Mittelalter. Denn irgendwie gehen "die realen" Hexen ja auch mit den erfundenen Hand in Hand. Ohne eiserne Jungfrauen, Teufelsanbeter und die endgültige Feuerprobe, hätten es wohl weder die Charmed-Schwestern, noch Hanna aus "Chronik der Hagzissa", noch sonstiges anderes Hexenvolk in die Medien der Neuzeit geschafft.

Dieser Roman beginnt in der scheinbar normalen Welt von Hanna, die sich jedoch recht bald eingestehen muss, dass ihr Leben nicht das zu sein scheint, was sie davon dachte. Schon bald lernt sie mehr über ihre familiären Hintergründen und muss feststellen, dass sie eine Hagzissa -eine Hexe- ist. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Leif entschlüsselt sie ihre Familienchronik und durch einige Einschübe aus Sicht der kleinen Joanna im Mittelalter, wird der Roman nie langweilig.
Die Geschichte ist durchweg spannend geschrieben, wobei meine persönlichen Highlights Hanna Erlebnisse in der Gegenwart waren. Mir ihr konnte ich mich einfach am besten identifizieren.

Die Geschichte der Hagzissas aus Trier hat mich den ganzen Fortlauf der Geschichte gefesselt und ich habe recht bald Vermutungen angestellt, was denn da nun genau nach Hannas Leben trachtet. Anfangs noch Vermutungen, wurden diese Überlegungen recht bald Gewissheit. Dies war jedoch so fesselnd verpackt, dass es eigentlich nie hervorsehbar und absehbar war.

Sandra Baumgärtners Erzählstil ist nie überladen, aber immer spannend. Leicht veständlich habe ich die Seiten nur so dahinfliegen sehen.

Hanna war eine Protagonistin nach meinem Geschmack. Bis auf wenige Konstanten in ihren Leben eine Einzelgängerin, hat sie doch die gewissen Portion Humor und Forschungsdrang, der sie nicht langweilig und einsam machte.
Ihre besten Freundin Juls mochte ich am Anfang mit ihrer aufgedrehten Art auch wirklich gerne. Das übersprudelnde Ying zu Hannas ruhigem Yang. Doch was ist nur neuerdings mit der Freundin los?
Den neuen Nachbarn Leif mochte ich irgendwie nicht so richtig. Er war für mich einfach viel zu blass

Zwischen Hanna und Leif entwickelt sich schon recht bald eine innige Liebesbeziehung. Auch wenn zwischen dieser Anziehung im Endeffekt mehr steckt, als Anfangs vermutet, so mochte ich die Beiden zusammen nicht wirklich. Das ist für mich auch das größte Manko am Buch. es erschien mir einfach nicht natürlich, obwohl gerade das so dem Leser so eingebläut werden sollte. Es ging mir zu schnell zwischen Hanna und Leif und die sofortige Ko-Abhängigkeit, wenn wohl auch von der Autorin gewollt, ging mir einfach immer mehr gegen den Strich. Eine unabhängige Hanna hätte, wenn von der Autorin so geplottet, auch ohne Leif agieren können.

Und dann dieses Ende. Das Ende an sich war zwar recht fulminant und nicht ohne genug Action, aber dass die Autorin nun diese "dritte Person" einbinden musste, ist wohl einfach nicht nach meinem Geschmack.





 Eine gut recherchierte Geschichte, die sich gekonnt mit den Hexenprozessen in Trier auseinandersetzt. Diese Vergangenheit wird erfolgreich mit der Gegenwart von Hanna verknüpft. Allein die Beziehung zu Leif und einige Elemente des Endes konnten mich nicht ganz überzeugen.

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